Lebenslang mit Cloudverwahrung

Lebenslang mit Cloudverwahrung

Über Haltbarkeit und Reichweite von Worten im Internet

Transkript

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00:00:00: Wie komme ich an Reichweite im Internet?

00:00:03: Welche Verantwortung habe ich eigentlich als Influencer.

00:00:06: Du weißt es nicht, er schon!

00:00:09: Dir.

00:00:09: Kildebrand ist Diplomädenwissenschaftler, Podcastprofi und Buchautor Und er zeigt dir wie's geht in Lebenslang mit Cloud-Verbarung Denn das Internet vergisst

00:00:20: nie.

00:00:21: Guten Tag und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Lebenslang mit Klautverwahrung.

00:00:26: Es hat eine Weile gedauert, bis es eine neue Folge gibt aber dafür freue ich mich dass sich heute wieder eine neue Folge veröffentlichen darf und ich möchte gleich die Katze aus dem Sack lassen.

00:00:34: Ich habe als ja Medienwissenschaftler Kommunikationswissenschafter Und als Mensch der sich sehr viele Gedanken darüber macht wie Meinungen stehen Wie Meinungen verfielfältigt werden ein sehr interessanten Aspekt für mich selber herausgefunden den ich mit euch teilen möchte.

00:00:50: Dieser Aspekt dreht sich um zwei Dinge.

00:00:53: Das erste ist die Wiedereroberung des Konjunktiv und das zweite ist, Die Demut vor der Restwahrscheinlichkeit.

00:01:00: dass das was ich glaube vielleicht doch falsch ist klingt irgendwie erstmal ein bisschen skurril und abstrakt aber ich will es gerne erläutern.

00:01:09: Ich möchte es an einem Beispiel fertig machen.

00:01:12: Ich hatte gestern ein sehr sehr tolles Abendessen mit befreundeten Pärchen den Menschen mit dem ich über politisch diskutiert habe, denen ich sehr schätze übrigens für seine Meinung und für seine Art.

00:01:25: Und dass er sich für Politik interessiert – mit dem hatte ich eine Diskussion über ein politisches Thema.

00:01:31: Kann ich auch sagen an dieser Stelle?

00:01:32: Das politische Thema lautete das wenn man den Angriffskrieg gegen die Ukraine gestartet hat und der nun seit einigen Jahren läuft.

00:01:44: Da gibt es ja zwei unterschiedliche Meinungen, das eine ist die Menschen sagen man müsste mit ihm verhandeln damit der Krieg endlich beendet wird wo auf beiden Seiten sehr viele Menschen sterben.

00:01:51: und dann gibt es die anderen die sagen Verhandlungen machen gar keinen Sinn oder er will es vielleicht auch gar nicht Herr Putin dass man verhandelt und deswegen muss der Kriege fortgeführt werden und man muss stärker zeigen.

00:02:01: diese zwei Positionen gibt es so.

00:02:03: Dann habe ich mal ein bisschen nachgefragt und wir sind zu dem Punkt gekommen, dass mein geschätzter Freund gesagt hat wenn man mit Putin verhandeln würde.

00:02:15: Und es würde ein Ergebnis kommen das was Putin absegnet dann würden wir sehr wahrscheinlich einen Flüchtlingsstrom bekommen der in den Westen geht und wahrscheinlich auch nach Deutschland geht und da hätten wir ein ganz anderes Problem.

00:02:27: diese Meinung kann man komplett vertreten.

00:02:29: aber anhand dieser Meinung ist mir eine Sache sehr bewusst geworden.

00:02:34: meinen Freund und ich habe selber auch schon solche politischen Aussagen getroffen, hat dabei irgendwie den Konjunktiv vergessen.

00:02:41: Also es geht eigentlich um eine sehr kleine Sache dass man wenn man zum Beispiel erläutern würde das dieser Flüchtlingsstrom käme oder möglicherweise kommen könnte ist das ein großer Unterschied als wenn man sagt dann wird ein Flüchtling Strom kommen und der wird uns überfordern.

00:02:57: Und da ist mir aufgefallen dass diese Rückeroberung des Konjunkts ganz schön wichtig ist.

00:03:02: Wir könnten, oder es gibt bestimmt welche die sagen das banal.

00:03:06: Das braucht es nicht.

00:03:07: ich glaube dass das sehr wichtig ist weil Es darum geht wie man selber Informationen die man erlangt hat weiter verbreitet und Ich finde da gibt es sogar die Pflicht dazu klar zu machen dass das nur möglicherweise eintritt.

00:03:21: Ich hatte das dann an dem beispiel genannt dass zum Beispiel wenn Putin sich doch auf Verhandlungen einlassen würde und würde zb Die ukraine nur halbe.

00:03:28: also Bitte, also das ist jetzt nicht meine Meinung.

00:03:31: Ich will nur klar machen worum es kommunikativ geht.

00:03:34: Putin sich darauf einigen würde dass zum Beispiel nur die halbe Ukraine zur Russland käme, dass man einen Gebietsabtritt macht dann würde ja in der anderen Hälfte möglicherweise die Bevölkerung nicht flüchten wenn sie geschützt wären vor ihm.

00:03:46: Also ich will einfach nur sagen Es gibt eine Option.

00:03:49: ob ich die nun gut finde oder nicht ist völlig irrelevant.

00:03:51: aber es gibt eine option wo eventuell dieser Flüchtlingsstrom nicht kommt und damit ist dieser Konjunktiv wichtig.

00:03:55: Ich hoffe ihr versteht worauf ich hinauswählen Und das fand ich sehr, sehr spannend im Bezug darauf wie wir mit der Kommunikation umgehen.

00:04:02: Also in meinen Augen wäre die Rückeroberung des Konjunktivs sehr gut und im Idealfall sogar dass man erläutert warum an dieser Meinung ist.

00:04:09: sowieso finde ich die Erläuterung sehr wichtig wenn jemand die Meinung hat was er haben kann.

00:04:14: Dass es zum Beispiel einen Flüchtlingsstrom geben würde aus der Ukraine wenn man mit Puteln verhandeln würde da muss eine schlüssige Argumentation im Grunde auch gleich mitgeben Im Idealfall eine, die sehr prägnant und sehr kurz beschrieben ist, damit die Menschen es nachvollziehen können.

00:04:28: Und deswegen glaube ich, dass das sehr wichtig ist, dass wir den Konjunktiv wieder für uns zurück erobern.

00:04:33: Denn wenn der nicht da ist, spaltet er in meinen Augen die Gesellschaft weiter.

00:04:38: Selbst Menschen mit Herz-und Verstand – wie ich liebe hape Kerkelinge im Moment, der sagt zum Beispiel Liebe Menschen mit Herzen und Verstand, das finde ich sehr schön!

00:04:47: Also selbst Menschen mit herz- und verstand werden vielleicht häufiger trotzdem den Konjunktiv vergessen oder haben ihn vergessen und das würde ich einfach mal sagen.

00:04:57: Darüber könnte man nachdenken, mich hat es beschäftigt und ich finde diese Idee gut dass man eben nicht Zukunftsprognosen als feststehend macht sondern in der sprachlichen Äußerung auch darauf achtet dass man sagt das ist eine Möglichkeit die eintreten könnte und Argumente dafür liefert und da kann man dieser Meinung gerne sein und das ist auch völlig in Ordnung.

00:05:17: jeder solle Meinung haben.

00:05:18: Die zweite Sache, die ich sehr wichtig finde ist die Einstellung dazu wie ich etwas sage und da geht es auch wieder um meine Berufsbranche der Journalisten.

00:05:28: Ich finde es ist unheimlich wichtig Demut zu behalten vor einer Restwahrscheinlichkeit dass ich doch falsch liegen könnte.

00:05:37: Ich habe manchmal das Gefühl, wenn ein Mensch sehr gut recherchiert hat oder viel gelesen hat zu dem Thema oder sich sehr firm fühlt zu diesem Thema, dass dann manchmal die Demut verloren geht und trotzdem es sein kann, dass derjenige falsch liegt – also falsch im Sinne von, dass es eine andere Wendung gibt, obwohl derjenig sehr gut informiert ist.

00:05:59: Diese Demut fehlt mir manchmal!

00:06:01: Das heißt, wenn jetzt zum Beispiel ich sagen würde nein es gibt keinen Flüchtlingsstrom.

00:06:05: Wenn Russland Teile der Ukraine bekommt dann ist das auch eine Möglichkeit, dass das so eintritt.

00:06:14: Aber wenn ich das jetzt so nach außen bringen würde als Journalist und sagen würde so und so ist das und würde sogar ein bisschen die Demut davor verlieren, dass sich doch falsch liegen könnte dann bin ich auch wieder in der Spaltung drin.

00:06:25: Dann spalte ich die Gesellschaft auch wieder mit meiner Meinung die Menschen die sagen oh der Dirk hat sich ein bisschen schlau gemacht.

00:06:29: auf den hör ich mal das verbreite ich weiter Und deswegen ist es auch unheimlich wichtig immer dabei zu sagen Leute ja es ist meine Meinung nach der Recherche Und aber es muss nicht eintreten.

00:06:43: Es kann auch ganz anders kommen!

00:06:44: Das ist halt nur das, was ich zum jetzigen Zeitpunkt glaube, was möglicherweise eintretend wird oder was die Wahrheit ist.

00:06:50: Gibt's in der Wissenschaft ja auch?

00:06:51: Also etwas ist so lange wahr und bewiesen bis jemand kommt und es falsifiziert also sagt, dass es doch nicht war.

00:06:57: Und das ist praktisch der heutige Ansatz dieser Podcast-Episode, dass ich zwei Dinge gerne ... Ja... ein bisschen nach außen tragen möchte.

00:07:08: Und da würde ich mich total über freuen, wenn ihr zum einen darüber nachdenkt und wenn ihr dann sogar sagt oh das klingt eigentlich ganz gut, das probiere ich mal aus, freu ich mich auch!

00:07:15: Ich probier es und dass ist die Rückeroberung des Konjunktiv.

00:07:20: nicht Zukunftsbrugdosen einfach als feststehend beschreiben ist ein kleiner sprachlicher Heck.

00:07:25: und das zweite ist die Demut zu behalten vor einer Restwahrscheinlichkeit, dass man doch nicht richtig liegt und das fände ich schön, wenn das Medien treibende auch sich zurück in Erinnerung rufen, denn man liest doch schon mal die einen oder anderen Dinge wo das eben nicht so ist.

00:07:40: Ja ein kleiner Monologue an diesem Freitag, an dem ich das gerade aufzeichne zum Thema Lebenslang mit Cloud Verwahrung.

00:07:45: Lag mir irgendwo im Kopf!

00:07:46: Ich wollte es euch mal erzählen und ich würde mich freuen wenn ihr sagen würdet.

00:07:51: Das war nicht für dich bescheuert da war wirklich was dran.

00:07:53: Dankeschön und bis zum nächsten Mal.

00:08:03: Dir-Kildebrand ist Diplomädenwissenschaftler, Podcastprofi und Buchautor.

00:08:08: Und er zeigt dir wie es geht in Lebenslang mit Cloudverwahrung!

00:08:13: Denn das Internet vergisst nie!